Solus OS Edel Desktop: Pinguin auf Touren

Technology

Das Rolling Release Windows 10 ist mittlerweile fast wöchentlich in den Schlagzeilen, oft wegen mehr oder weniger kritischer Probleme, Bugs oder Sicherheitslücken. Ein großer Teil genervter Nutzer wechselt mittlerweile zum Mac doch nicht für jeden sind die Preise und die Firmenpolitik von Apple akzeptabel. Warum also nicht einfach ein Linux verwenden?

Der Kater nach dem Linux-Weinbrand – Ubuntu und Co.

Linux war schon lange eine in betracht zu ziehende Alternative zu den Produkten aus Cupertino und Redmond, doch schreckte die Komplizierte Bedienung und Software-Installationen über das Terminal viele Nutzer ab. Der Otto-Normal-Verbraucher ist von den diversen Vorteilen einer Zentralen Software-Verwaltung über die Shell wenig angetan. Auch dann nicht wenn er die “Freien Software-Lösungen” auch per grafischem Software Center installieren kann. Den normalen Nutzer interessieren die Unterschiede zwischen freier und proprietärer Software kaum bis gar nicht. Daher ist es auch schwer ihm schlüssig zu erläutern warum der Chromium Browser oder Firefox okay, aber der Google Chrome und Opera Browser wiederum böse Closed Source Monster sind. Ein Anwender (Ich Spreche von dem nur Computernutzer) möchte seinen Computer einschalten und Arbeiten können. Systempflege, Aktualisierung, Problemlösung und Wartung möchter er nach möglichkeit nicht ausführen müssen.

Die meisten Linux-Distributionen sind ein wunderbares Nerd System doch für den Normal-Anwender wirken sie wenig stabil und sind keineswegs selbsterklärend. Systeme wie Ubuntu funktionieren zwar, doch wirken sie häufig wie ein zusammengewürfelter Haufen an verschiedenen Programmen mit diversen unterschiedlichen Strukturen und Interfaces. Das sorgt beim Anwender nicht unbedingt für eine Wohlfühlstimmung. Spätestens wenn er seinen Google-Chrome-Browser installieren will und feststellt, dass es nicht die eine .Linux-Exe gibt sondern Package-Formate wie Sand am Meer, ist die Verwirrung komplett.

In vielen Fällen ist nun das Resultat das Wiederaufspielen von Windows oder das Nachfragen in den diversen Linux Foren im Internet. Spätestens hier bekommt er nun die Community zu spüren in der es häufig mehr oder weniger unnötige oder gar respektlos beleidigende Antworten auf die “Dummen Fragen” gibt.

Das Paketmanager-Debakel ?

Dass das ein großes Problem an den „alten” Distributionen ist, haben auch die Gründer von Distributionen wie Elementary OS erkannt und versuchen aufzuzeigen dass es auch besser geht. Interfaces aus einem Guss nach dem Prinzip: „Weniger ist mehr” sorgen für ein ganz neues Linux-Feeling auf dem Desktop. Doch einige Probleme sind auch bei diesem Projekt noch vorhanden, dazu zählen das Verwenden von Releases und ein Ubuntu Unterbau mit all seinen Vor- und Nachteilen.

Der wohl größte Vorteil ist Nachteil zugleich. Das Verwenden der Debian und Ubuntu eigenen Paketverwaltung Apt mit seinen Repositorys (Übersetzt: Anwendungs Depots), bieten zwar ein gigantisches Angebot an Paketen, gleichzeitig aber müssen viele proprietäre Anwendungen immer noch händisch heruntergeladen und installiert werden. Es gibt zwar auch die externen Repositorys, doch sind viele von diesen veraltet und dementsprechend häufig schlägt eine Installation von darin Angebotener Software wegen fehlender oder verwaister Abhängigkeiten fehl. Das Ergebnis solcher fehlgeschlagener Installation von händisch oder aus privaten Repository heruntergeladen .Deb-Paketen sind ein zerschossener Paketmanager oder gar gleich eine vollständig zerschossene Distribution. Auch Distributionen wie Manjaro, Fedora, Open Suse oder Mandriva sind von solchen Problemen nicht befreit.

Es geht auch anders!

Das es auch anders geht zeigt das Desktop Linux Projekt Solus OS. Solus OS ist eine Desktop Distribution die von Ikey Doherty einst ins Leben gerufen wurde und einen Chrome OS ersatz liefern sollte. Ikey Doherty war bereits an einigen Projekten beteiligt wie z.B. Linux Mint und begleitet die Entstehung der Desktop Umgebungen Mate und Cinnamon. Solus OS basiert auf den grundlegenden Werkzeugen des GNU Projektes und dem Linux Kernel. Sie unterscheidet sich dabei grundlegen von den diversen Konkurrenten wie Suse und Ubuntu. Doherty hat das Desktop Linux Solus gut durchdacht und einige Innovationen eingebracht. Solus soll Funktionieren ohne dass man Konfigurationsdateien editieren muss um sein System anzupassen.

Software Management gut durchdacht

Software wird durch die schnelle Eigenentwicklung EOPKG verwaltet und installiert, der Anwender soll dabei aber weder EOPKG kennen noch bedienen müssen. Das hat den Nachteil, dass nicht alle Pakete verfügbar sind, zum Spielen, Arbeiten und Surfen reicht es aber allemal. EOPKG basiert auf dem Packagemanagement Tool PISI der Türkischen Distribution Pardus. Allgemein soll der Nutzer seine Software über das Software Center installieren, deinstallieren und aktualisieren. Drittanbieter Software wie z.B. Google Chrome sind unter dem Reiter „Dritt Anbieter Software“ im Grafischen Software Center angesiedelt und können mit einem Klick installiert werden. Natürlich lassen sich hier auch diverse freie Anwendungen suchen, installieren oder Deinstallieren. Kompensiert wird die geringe Anzahl an EOPKG-Paketen durch die vorinstallationen von Snap, damit sind diverse weitere Freie und Proprietäre Anwendungen wie Microsofts Editor code schnell und ohne Probleme über die Bash installiert auch den Grafischen Snapstore kann man so nachinstallieren.

Budgie Desktop: Linux GUI wie sie sein sollte!

Auch der Desktop von Solus OS ist eine Eigenentwicklung die auf den Namen „Budgie“ hört und auf GTK+ 3 basiert. Dazu gesellen sich einige gute GNOME Anwendungen. Budgie ist dabei alles was GNOME nicht ist nämlich: Schnell, Sparsam und Stabil. Solus OS ist Pfeil schnell und sehr Stabil, in 4 Wochen Testzeitraum gab es keinen Ausfall oder Bug. Dabei glänzt Solus OS vor allem durch sein Desktop aus einem Guss, alles wirkt insgesamt stimmig und zueinander passend. Alles in Allem wirkt Solus OS wie das MacOS der Linux-Welt auch wenn es doch eigentlich ein Chrome-OS-Nachbau sein sollte. In einer Sache sind sich Solus OS und Window 10 gleich, beide sind ein Rolling Release somit sind keine nervigen Release upgrades mehr nötig. Zu beachten ist dass sich Solus OS nur auf eine Plattform ausgerichtet hat AMD64 (64bit), mit einer 32 Bit CPU ist also keine nutzung möglich. Kleine Anmerkung am Rande: In Zukunft will das Solus-OS-Team auf QT umsteigen, wir sind gespannt.

 

Bild: Eigene Screenshots

 

 

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